Festjahr 2021 - 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

2021 wird bundesweit ein Festjahr begangen, das an 1700 Jahre jüdische Geschichte in Deutschland erinnert. Der erste erhaltene Nachweis einer jüdischen Gemeinde auf deutschem Boden ist ein Erlass Kaiser Konstantins vom 11. Dezember 321. Er erlaubte den Juden in Köln, Ämter in der Stadtverwaltung zu bekleiden.

Das deutsch-jüdische Festjahr begeht diesen Anlass mit zahlreichen Projekten und Angeboten. In Miltenberg haben die Museen der Stadt, die VHS Miltenberg, die Touristinformation Drei am Main und die Kulturabteilung der Stadt ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das von Ausstellungen über Vorträgen zu Konzerten reicht.


Veranstaltungen im Rahmen des Festjahres

ab Öffnung des Museums bis 3. Okt. 2021, Di-So 10-17:30 Uhr

Ganz rein! Jüdische Ritualbäder

Sonderausstellung mit Fotografien von Peter Seidel, Ort: Museum Stadt Miltenberg, Veranstalter: Museen Miltenberg

Die Wanderausstellung zeigt Fotos des Frankfurter Fotografen Peter Seidel. Er nähert sich auf den Fotos respektvoll den historischen und modernen jüdischen Tauchbäder (Mikwen) aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich. Das Untertauchen in einer Mikwe dient im jüdischen Glauben der rituellen Reinigung von Körper und Geist. Fließendes Wasser spielt dafür eine wichtige Rolle, häufig liegen die Mikwen deshalb sehr tief, in der Nähe des Grundwassers. Sie haben eine ähnlich große Bedeutung wie Synagogen, sind intim und spirituell zugleich.


28. September 2021, 19 Uhr

Zum Landjudentum in Unterfranken

Vortrag mit Dr. Rotraud Ries, Johanna-Stahl-Zentrum Würzburg, Ort: Museum Stadt Miltenberg, Veranstalter: Museen Miltenberg

Dr. Rotraud Ries leitet das Johanna-Stahl-Zentrum im Würzburg. Es ist das regionale Kompetenzzentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken. Frau Dr. Ries wird in ihrem Vortrag auf die besondere ländliche Kultur in Unterfranken eingehen. Hier lebten seit dem 15. Jahrhundert Juden in kleinen Landgemeinden und trieben vor allem Handel. Allein in Unterfranken etablierten sich bis ins 19. Jahrhundert annähernd 200 Gemeinden.


10. Okt. 2021, 14:30-16 Uhr

 Stolpersteine - in unserer Stadt verlegt

Öffentliche Stadtführung mit Rita Geffert, Treffpunkt: Museum Stadt Miltenberg, Veranstalter: Touristinformation

Die Spurensuche nach den ehemaligen jüdischen Mitbürgern beginnt mit einer Bildpräsentation im Museumskeller und einem Gang durch das kleine Judaicum im Museum. Kommen Sie anschließend mit zu den Stolpersteinen vor den Wohnhäusern, zur Mikwe, zu den Synagogen und zum alten Judenfriedhof, um mehr über das Leben der jüdischen Gemeinde in Miltenberg zu erfahren.


21. Okt. 2021, 19 Uhr

Schauplatz Dorf - zur jüdischen Geschichte in Veitshöchheim

Vortrag mit Dr. Martina Edelmann, Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums und der Synagoge Veitshöchheim, Ort: Museum Stadt Miltenberg, Veranstalter: Museen Miltenberg

Dr. Martina Edelmann leitet das jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim mit Synagoge Veitshöchheim. Ein umfangreicher Schriftenfund 1986 lieferte den Anstoß zum Genisa-Projekt. Darin bearbeitet Frau Edelmann Funde aus fränkischen Synagogen seit 1998 wissenschaftlich und archiviert die Ergebnisse in einer Datenbank. Unter dem Titel „Schauplatz Dorf“ gestaltete sie das Museum 2019 grundlegend neu. In dem Vortrag geht es um die Themenfelder Genisa und dörfliches, jüdisches Leben.


24. November 2021, 19-20:30 Uhr

Die jüdische Kultur - erläutert anhand der Grabsteine am jüdischen Friedhof Miltenberg

Vortrag von Oded Zingher, Ort: Altes Rathaus, Veranstalter: VHS Miltenberg

Die Inschrift eines Grabsteines auf dem jüdischen Friedhof ist ein Loblied auf den Verstorbenen. Je bekannter der Tote, desto länger der Text. Aus Platzmangel werden Abkürzungen benutzt. Die Inschrift beginnt mit zwei Buchstaben, die aussagen: hier liegt begraben. Sie endet mit fünf Buchstaben, welche die Erwartung ausdrücken: Seine/Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens - ein Hinweis auf die biblische Geschichte über Helden, Säufer, schöne und kluge Frauen und Liebe. Und zwischen den Buchstaben im Rest des Textes verbirgt sich noch viel mehr.

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