Die Dauerausstellung im Museum Stadt Miltenberg

Miltenberg kann auf eine Sammeltradition verweisen, die weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Besonders Umfang, Qualität und einige Glanzstücke von überregionalem Rang erlauben es zu Recht, stolz auf die Sammlung zu sein.

Feinkostgeschäft statt Gemischtwarenladen

Die Dauerausstellung im Museum Stadt Miltenberg hat verschiedene Schwerpunkte. Ein Rundgang (folgen Sie den blauen Pfeilen) führt durch die 47 Räume.

Römer_holger-leue.jpgRömer Abteilung im Museum Stadt Miltenberg (Foto: Holger Leue)

In der römischen Abteilung sind einige Funde aus der Zeit ausgestellt, als der Odenwaldlimes bei Miltenberg an den Main stieß und zum "nassen Limes" wurde. Zwischen ca. 165 bis 260 n. Chr. siedelten militärische Einheiten und in ihrem Gefolge Zivilisten auf dem Gebiet des heutigen Miltenbergs. Das ergrabene Altstadt-Kastell und die ausgestellten Funde im Museum zeugen vom Alltagsleben der Römer.

Mehr Informationen zur Römerzeit, zum Limes und zu einzelnen Objekten gibt es auf der Seite der Museen am Mainlimes.

Die Entstehung Miltenbergs und die wirtschaftliche Blütezeit der kurmainzischen Stadt im 14. und 15. Jahrhundert wird in einigen Räumen gezeigt. Unter anderem die rekonsturierte schwarze Küche und der Waschplatz vermitteln eindrucksvoll das historische Alltagsleben in der Stadt. 1816 ging Miltenberg nach mehreren Territorialwechseln an Bayern über. Diese einschneidende Zeit wird anhand einer Landwehrkapelle und der Sammlung historischer Musikinstrumente aufgearbeitet.

Schwarze Küche im Museum Stadt Miltenberg (Foto: Holger Leue)Schwarze Küche im Museum Stadt Miltenberg (Foto: Holger Leue)

Toraschrein-Museum Stadt Miltenberg-Konrad Rainer.jpgDer historische Toragiebel im Museum Stadt Miltenberg (Foto: Konrad Rainer)

Große Studiensammlungen zu Glas, Keramik und zur religiösen Volkskunde mit gewichtigen Anteilen an Hinterglasbildern, Klosterarbeiten und Devotionalien ergänzen einzelne Aspekte der Dauerausstellung.

 

Einige besondere und seltene Exponate bietet die Judaica-Ausstellung. Neben einem äußerst raren Omer-Kalender aus dem 19. Jahrhundert ist auch der mittelalterliche Toragiebel aus der alten Synagoge Miltenbergs zu sehen.

Umfangreiche Sammlungen kamen mit der Erweiterung des Museums im Jahr 2006: Roland Schildhauer hat seine über Jahrzehnte zusammengetragene Spielzeugsammlung mit Dampfmaschinen, Eisenbahnen und Baukästen dem Museum als Stiftung überlassen. Das Ehepaar Lang schenkte ein umfangreiches Arsenal an bedeutenden Jagdwaffen mit entsprechendem Zubehör und seltenen Selbstschussgeräten.

Spielzeugausstellung im Museum Stadt MiltenbergDie Spielzeugabteilung im Museum Stadt Miltenberg (Foto: Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern)

Ausstellungsraum zur Partnerstadt Dux im Museum Stadt Miltenberg (Foto: Konrad Rainer)Ausstellungsraum zur Partnerstadt Dux im Museum Stadt Miltenberg (Foto: Konrad Rainer)

Zwei Räume sind der Miltenberger Patenstadt Dux (Duchcov) in Böhmen gewidmet. Der kleine Ort liegt zwischen Prag und Dresden, südlich des Erzgebirges. Kohlebergbau und die Porzellanindustrie prägten die Stadt bis zum Zweiten Weltkrieg.

1864 gründete Eduard Eichler eine Porzellan-Manufaktur, die sich vor allem auf Figuren und Vasen spezialisierte. Den im Museum gezeigten Produktionsschnitt hat der Heimatkreis Dux nach dem Krieg mühsam aus dem Antiquitätenhandel gekauft. Der Heimatkreis gründete sich aus den jährlichen Heimattreffen der ehemaligen Kreise Dux, Bilin und Teplitz. Ein berühmter Duxer war Giacomo Girolamo Casanova (1725-1798). Er verbrachte seine letzten Lebensjahre in Dux als Bibliothekar des Grafen Waldstein.

In der Gemäldegalerie sind Werke Miltenberger Künstler wie Rudolf Hirth du Frênes (1846-1916), Mitglied des Leibl-Kreises, und Gemälde mit Miltenberger Motiven ausgestellt. Dem berühmtesten Sohn der Stadt, Philipp Wirth (1808-1878), ist ein eigener Raum gewidmet. Der Maler bewohnte zeitweise die ehemalige Amtskellerei, das heutige Museumsgebäude. 

Gemäldegalerie-Museum Stadt Miltenberg-Holger Leue.JPGDie Gemäldegalerie im Museum Stadt Miltenberg (Foto: Holger Leue)

Diese Seite teilen

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung