Geschichte der Mildenburg

Konrad von Weinsberg.jpgDas Wappen von Erzbischof Konrad von Weinsberg (1390-1396) am Palas der Mildenburg

Um 1200 ließen die Erzbischöfe von Mainz an der Mainschleife beim heutigen Miltenberg eine Burg anlegen. Sie sollte zur Sicherung ihrer Machtposition und als Zollstelle am südwestlichen Mainviereck dienen. Der Bergfried wurde in dieser Zeit erbaut.  Die erste urkundliche Erwähnung lässt sich auf den 18. Februar 1226 datieren. Die Mildenburg war der Amtssitz des adeligen Mainzer Burggrafen als Vertreter des Landesherrn im Amt Miltenberg.

Mehrere Umbauphasen und Erweiterungen der Burganlage durch die Erzbischöfe von Mainz folgten. Um 1400 wurde der Palas erbaut, rund 100 Jahre später nach einem Brand die Kemenate neu errichtet.

1552 kam es zur Eroberung und teilweisen Zerstörung der Mildenburg im Krieg des Markgrafen Albrecht Alcibiades gegen die Mainbistümer. 1566-1568 wurden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten v.a. an der Kemenate unter Erzbischof Daniel Brendel von Homburg und der Neubau der "großen steinernen Schnecke" vorgenommen.

Während des Dreißigjährigen Krieges 1618-1648 erlitt das Gebäude schwere Beschädigungen. Nach deren Beseitigung wurde die Burg zur Oberamtswohnung ausgebaut. Jedoch zog der Mainzer Amtmann 1730 in die Stadt unterhalb der Burg und die nun unbewohnte Mildenburg verfiel zusehends. Sie wurde sogar als Steinbruch freigegeben.

Miltenberg Repro.JPGDie Mildenburg auf einem Kupferstich von Wenzel Hollar, 1636

Die Mildenburg um 1880 (Treppenturm)Die Mildenburg um 1880 (Treppenturm)

1803 ging die Mildenburg als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses in den Besitz des Fürstenhauses Leiningen über. 1808 erwarb sie der Konsistorialrat Carl Gottlieb Horstig, 50 Jahre später der herzoglich-nassauische Archivar Friedrich Gustav Habel. Habel brachte seine bedeutende Kunst- und Archivaliensammlung im Palas unter und baute den ruinösen Kemenatenbereich zu einer Wohnung um. Er vererbte die Mildenburg inklusive Sammlung an seinen Neffen, den Kreisrichter und späteren Reichslimeskommissar Wilhelm Conrady. Dieser baute die Kemenate weiter aus.

Nach Conradys Tod 1903 versteigerten dessen Erben die Privatsammlung in München. Die Mildenburg wurde 1908 von der Familie von Normann-Loshausen gekauft. Sie führte umfangreiche Modernisierungs- und Baumaßnahmen an den Gebäuden und dem Burghof durch. Bis 1979 blieb die Burg in Familienbesitz. In diesem Jahr erwarb die Stadt Miltenberg das Gebäude, welches zunächst erstmal gesichert werden musste. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde das Museum Burg Miltenberg 2011 eröffnet.

Gang 1920.jpgDer Gang vor dem Rittersaal um 1920

Diese Seite teilen

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung