Norbert Nolte - Voglio vedere

Sonderausstellung vom 19. Mai bis 1. November 2020 im Museum Burg Miltenberg und Museum Stadt Miltenberg

Voglio vedere.jpgNorbert Nolte: Voglio vedere le mie montagne, Lack/Collage, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Norbert Nolte in den Museen Miltenberg

Bis zum 1. November sind Werke des Nürnberger Künstlers Norbert Nolte in den Museen der Stadt Miltenberg zu sehen:  

  • „Voglio vedere“ im Museum Burg Miltenberg (Dauerausstellung und Wolfgang Weiss Kabinett)
  • „Zeitfluss“ im Museum Stadt Miltenberg (Dauerausstellung)

In beiden Häusern intervenierte Nolte in den Dauerpräsentationen, ließ sich von den Objekten und Räumen inspirieren. Mit seinen Raumarbeiten, Objekten und Collagen nimmt der Künstler Bezug auf das kollektive Bild- und Textgedächtnis, zitiert und spielt mit den Referenzen und erzählt (neue) Geschichten, regt Besucher*innen zur Reflektion an. Auch zueinander stehen die Kunstwerke in Bezug. 

Voglio vedere im Museum Burg Miltenberg

„Voglio vedere le mie montagne“ (Dt. Ich möchte meine Berge sehen) soll der Maler Giovanni Segantini (1858-1899) auf seinem Sterbebett gesagt haben. Noltes Hommage an den großen Erneuerer der Alpenmalerei spielt mit den Mitteln der Collage, reduziert die Darstellung und zerlegt sie in mehrere Ebenen.

Auch die anderen Werke strotzen vor literarischen und kunsthistorischen Referenzen. Im Wolfgang Weiß Kabinett fliegen Raben (Reihe „le corbeau est noir“) im Tiefflug und lassen verschiedenste Assoziationen im Raum schweben. Beim Blick aus dem Fenster fällt die beeindruckende Montage „Reise“ am Ruinengiebel auf: Zwei hölzerne Bootsskelette hängen vor Sternenhimmelscheiben, verbunden sind sie mit einem weißen Seil.

Museum Burg.jpg"Glockenfeld mit Kegel" und "Krähenbilder" von Norbert Nolte im Wolfgang Weiss Kabinett; Foto: Bruno Weiß (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Zeitfluss im Museum Stadt Miltenberg

Zirkel.jpgNorbert Nolte: „Versuchsanordnung: Rilke – Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen …“, im Jugendstilzimmer, Birkenholz, Zirkel, Stahlscheiben, Glasdome, 2020 Foto: Bruno Weiß (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

In der Dauerausstellung des stadthistorischen Museums trifft man immer wieder auf Noltes Interaktionen: Im Jugendstilzimmer mit Worpsweder Mobiliar beispielsweise ließ er sich von Rilkes Gedicht „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehen“ zu einer Inszenierung mit Zirkeln auf Birkenhölzern unter Glasdomen anregen.

Im Biedermeierzimmer und im Erker der ehemaligen Amtskellerei begegnen dem Besucher wiederum Vögel, präparierte Krähen. Was könnte ihr Besuch bedeuten?

Die nachgebildeten Granatäpfel in der jüdischen Abteilung verweisen auf „Rimmonim“, Tora-Aufsätze, die auf den Stäben der Tora-Rolle platziert werden. Im benachbarten Raum dagegen hinterfangen Sternenhimmelscheiben eines fiktiven Universums einen Corpus Christi und barocke Evangelistenskulpturen.

Norbert Nolte

Norbert Nolte (*1952) studierte in Kassel zwischen 1972 und 1978 Kunst und Germanistik.

Er ist als freischaffender Künstler tätig und lebt in Nürnberg. Literatur und Kunst fließen in seinen Arbeiten oft zusammen, Inspirationen liefern ihm zudem auch immer die Räume und Museen, in denen er ausstellt. Häufig arbeitet er in Reihen, zeigt kleinste Variationen.

Einzelausstellungen von Norbert Nolte waren u. a. im Diözesanmuseum Schloss Oberschwappach im Knetzgau, im Museum Kartause Astheim in Volkach, im Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt und in den Museen der Stadt Regensburg zu sehen.

Reise.jpgNorbert Nolte: "Reise" am Ruinengiebel der Mildenburg, Sternenhimmelscheiben/Emaille, Seil, Holzboote, 2014/2020, Foto: Bruno Weiß (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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